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Konzertbesuch Dennis Schütze CD Release “Unsung Songs”

Nachdem ich vor einigen Wochen hier schon eine CD-Kritik zum neuen Album vom Dennis Schütze gepostet habe, begab ich mich selbstverständlich auch zum Release Konzert seiner Platte „Unsung Songs“.

Das Konzert fand im blauen Adler in Würzburg am 04.04.2014 statt.

Zuerst zur Örtlichkeit. Der blaue Adler ist zunächst einmal das Vereinslokal des Würzburger Fussballvereins ETSV Würzburg. Seit Dezember 2012 ist es unter der Leitung von Otto Keinert, der durch wechselnde Musik-Events einen echten Geheimtipp für Liebhaber von Live Musik etabliert hat. Das Sportheim bietet eine sehr große Bühne im hinteren Teil des Raumes, dazu zwei Theke und reichlich Platz. Hier scheint etwas zu wachsen und immer populärer zu werden und ich werde das Musikprogramm der Kneipe im Auge behalten. Lediglich die Bedienungen hätten etwas flotter den in den Pausen doch sehr großen Ansturm an den Theken abarbeiten können. Ansonsten bot das Lokal alles was notwendig ist um einen Konzert zu lauschen – hervorragende Akustik inklusive.

Nun zum Konzert selbst. Dennis und seine Band (siehe unten) gingen sofort in die Vollen und präsentierten das aktuelle Album fast komplett und in der Reihenfolge, in der die Songs auf der Platte zu finden sind. Lediglich der Titel „Dancer“ schaffte es nicht auf die Bühne, was ich persönlich sehr bedauert habe, aber sehr gut nachvollziehen konnte. Der Titel eignet sich vor einem deutschsprachigen Publikum nicht um den Zuhörer für einen zu gewinnen. Zu langsam und textlich zu ausschweifend ist der Song, als das man der Geschichte sofort folgen könnte. Trotzdem schade!
Der Rest des Albums wurde von der Band wie aus einem Guss präsentiert. Man merkt einfach, dass die Jungs die Songs nicht zum ersten Mal spielen und dementsprechend gut war die Performance. Ganz weit vorne findet sich natürlich der Titelsong “Unsung Songs”, der Live ebenso facettenreich klang wie auf der Platte und mein persönlicher Favorit “Black as the Devil”. Songs dieser Gattung bekommen noch einmal einen echten Schub, wenn sie direkt vor einem stattfinden und etliche weitere Füße gemeinsam zum Beat wippen. Ein tolles erstes Set.

Nach einer ca. 20 minütigen Pause machte Dennis sich an den zweiten Durchgang und präsentierte überwiegend Songs seines Cover Albums „Electric Country Soul“. Auch hier kannte ich nahezu jeden Song – sowohl die Originale als auch die Dennis Schütze Version – und war deshalb gut aufgehoben. Insbesondere „Up on Cripple Creek“  von Robbie Robertson (The Band) sowie “Workin´at the Carwash Blues” von Jim Croce stachen als Highlights für mich heraus.
Nicht so gelungen – und ein echter Wehrmutstropfen für mich – dass eigentlich tolle „Manic Depression“ von Jimmy Hendrix. Wobei hier nicht der Song an sich zu beanstanden wäre – die Band zeigten sich auch hier extrem gut aufeinander eingespielt – sondern der Zeitpunkt. Beginnend mit „Nine to Five“ war das Set ein wunderbarer Mix eingängiger Lieder, dass zum mitwippen einlud und ein gutes Gefühl vermittelte. Manic Depression war hier für meinen Geschmack, vor allem zum Ende des Sets, einfach fehl am Platz und sorgten für einen kleinen Bruch in der Aufmerksamkeit. Hier hätte mir beispielsweise “City of New Orleans”, ebenfalls von “Electric Country Soul” besser gefallen.

Den letzten Teil des Konzertes kündigte Dennis unter dem Namen „Best of Dennis Schütze“ an, wobei hier die meisten Lieder auf dem Album „B-Sides & Rarities“ zu finden sind. Für mich, der die Release Platte fast auswendig kennt, und von den älteren Platten nur Auszüge, war es, als wären die neuen Lieder am Ende des Konzertes an der Reihe. Dies stellte sich jedoch keinesfalls als Nachteil heraus. Nach dem sehr bewussten Hören der ersten zwei Sets konnte ich mich nun zurücklehnen und die Musik einfach wirken lassen. Insbesondere „Pictures in my mind“ und “Shine like gold” habe ich gedanklich abgespeichert und werde ich in Kürze noch einmal genauer anhören.
Zum Abschluss spielte – nein, zelebrierte – die Band noch „Hey Joe“ von Jimmy Hendrix. Jochen Volpert, der den Abend über schon durch einige Soli zu überzeugen wusste, wurde mehrfach mit einem Sonderapplaus belohnt, ehe das Stück nach sicher zehn oder fünfzehn Minuten mit dem letzten Akkord ausklang.
Persönlich bin ich bei der Bewertung des letzten Sets hin und her gerissen, da zwei Herzen in meiner Brust schlagen. Einerseits das Herz des Gitarrenspielers, der schlicht und einfach über den tollen Sound und die hervorragenden Soli staunt. Andererseits der Zuhörer und Musikliebhaber, dem das irgendwann nicht mehr zugänglich ist und der sich ein ums andere Mal fragt, ob es nicht langsam genug Solo war. Da ich das Konzert mit drei „Nicht-Musikern“ besuchte, die davon zum Ende etwas abgeschreckt waren, möchte ich dem Aspekt der reinen Zuhörer bei meinem Fazit etwas mehr Platz einräumen.

Fazit: Es war schlicht ein tolles Konzert, dass mir als Zuhörer jedoch ein, zweimal den Wind aus den Segeln genommen hat. Ein Verzicht auf Manic Depression, ein bisschen weniger Gitarren Solo und dafür vielleicht ein eingängigerer Titel (City of New Orleans?) mehr, hätten meine Konzerterfahrung noch gesteigert. Gerne hätte ich auch neben Jochen Volpert noch andere Bandmitglieder mit einem Solopart gehört und so vielleicht etwas Variation im Konzertablauf gehabt. Nichtsdestotrotz wusste die Band absolut zu überzeugen. Jedes Puzzelteil passte und fügte sich zu einem großartigen akustischen Bild zusammen. Ein hervorragenden Auftritt, der sowohl musikalisch hochklassig als auch (überwiegend) eingängig und sympathisch präsentiert wurde.
Gerne wieder!

Dennis Schütze & his Electric Combo 

Dennis Schütze – acoustic guitars, vocals
Jochen Volpert – electric guitars
Camilo Gothia – bass
Stefan Schön – drums
Mike Hübner – banjo
Mandy Stöhr – vocals

Dennis Schütze – Unsung Songs

Was soll ich sagen? Natürlich bin ich voreingenommen. Natürlich höre ich die CD nicht nur als Musikliebhaber sondern auch als Schüler von Dennis Schütze. Und natürlich kann ich nicht verleugnen, dass ich es mir sehr gewünscht habe, dass die CD „Unsung Songs“ von Dennis Schütze eine hervorragende Platte ist. Das Beste daran – sie ist hervorragend, weshalb es mir nicht schwer fällt eine Kritik hierzu zu verfassen um es in die Welt hinauszutragen. Absolute Kaufempfehlung! 
„Help me , help me!“ ist der erste Satz den Dennis dem Hörer entgegen flüstert, und so passend sie den Starter des Albums (Titel “Bittersweet”) einführt, so unpassend wäre es als Überschrift für das Album. Um Hilfe muss hier niemand bitten. Der Song führt leise, fast gemächlich in das Album und zeichnet das Bild eines Verlorenen, der hilflos auf der weiten See treibt. Der Chorus nimmt den Hörer dann schlussendlich mit auf die Reise durch den Song, und auch durch den Rest des Albums. 
Der darauf folgende Track “Black as the Devil” ist wesentlich flotter und erwischt einen sofort. Der Titel kriecht dem Hörer durchs Ohr, direkt in die Beine. Treibend kommt der Song daher, wiederum einladend das Thema – Kaffee. Doch über das heiße Gebräu hinaus handelt “Black as the Devil” auch von einer verlorenen Liebe, die fortlief und den Kaffeegenießer mit einem gebrochenen Herzen zurückließ. 
“Spiritual Journey” – Track Nummer 3 – lässt das erste Mal vermuten, dass die vorliegende Platte ein breites Spektrum an Blues, Rock und Pop zu bieten hat. Die “spirituelle Reise” die Dennis beschreibt, beginnt musikalisch mit einem eingängigen Gitarrenriff, dass begleitet von Banjo und Tuba an den Boom-Chicka-Boom Sound von Johnny Cash erinnert. Der Hörer wird geführt durch verschiedene geografische Stationen der amerikanischen Musiklandschaft. So besucht man neben Nashville auch Memphis oder Los Angeles.
 “Every now and then” heißt es daraufhin und eine leichte Country-Pop Nummer, die von den Widrigkeiten einer einseitigen Beziehung berichtet, präsentiert sich wunderbar und eingängig ohne dabei belanglos zu werden.  
“Remember forget” setzt sich mit dem vergessen und vergessen werden nach dem Tod auseinander. Ein düsteres Thema, dass sich jedoch im Gewand eines Rock/Pop Sounds zu präsentieren weiß und Eingangs an die flotte Musik von Amy MacDonald erinnert.   
Die bluesigste Nummer des Albums – “Sweet Marie” – ist eine Liebeserklärung, die weniger von einer verschmähten Liebe berichtet, wie im Blues üblich,  sondern, und so viel sei verraten, einen wunderschönen Twist zum Ende des Songs hat, und zum erneuten hören einlädt. 
“Unsung Songs”, der Namensgeber der Platte, zeigt sich erst spät, dafür um so hörenswerter. Es geht um Selbstzweifel und die Härte mit der uns (egal ob Musiker oder nicht) die Kritik anderer entgegen schlägt. Vor allem geht es aber darum, nicht aufzugeben und sich nicht unter kriegen zu lassen. Eine wirklich tolle Nummer, die im Chorus groß und facettenreich wird und einen packt egal ob Musiker oder (nur) Hörer. 
Der Titel, der hiernach folgen sollte, würde es schwer haben, dessen konnte man sich sicher sein. Um so wichtiger, dass der Titel “Dancer” ein besonderer Song ist, der einem vielleicht erst beim zweiten oder dritten Durchlauf, ins Auge fällt. Dennis nimmt den Hörer mit und lässt ihn am Leben eines Mannes teilhaben, der, noch vor dem Krieg geboren und später dann im Krieg als Soldat, nur eine Leidenschaft hatte. Das Tanzen. Es ist eine rührende Geschichte, langsam und melodisch erzählt, die dazu einlädt inne zu halten und das Leben Revue passieren zu lassen.  
“Down to the Levee” reißt einen aus diesen Gedanken und serviert ein zackiges Gitarrenriff, dass durch Tuba und Schlagzeug zu einem tollen Beat wird. Der Text stellt sich hier in wiederholenden Zeilen dar und komplettiert den Sound.
Die Reise, die Bittersweet angestoßen hat, nähert sich seinem Ende, und so wie die Platte begonnen hat,so soll sie auch Enden. “Good Time Coming” ist eine langsame, nachdenkliche Nummer, die, die übliche Floskel “There is a good time coming” (Es kommen auch wieder bessere Zeiten), als Thema hat. Der Hörer sieht sich mit der Belanglosigkeit des Satzes konfrontiert, merkt jedoch, dass es trotz alle dem, der beste Weg ist um nach vorne zu schauen. Schließlich kommen auch wieder bessere Zeiten.  
Ausklingen lässt Dennis die Platte mit einem Instrumental “Spirituell Journey (Reprise)”. Es ist eine textlose Verabschiedung und gleichzeitig Einladung die Platte wieder von vorne zu hören. 
Dennis hat mit “Unsung Songs” eine eingängige, nachdenkliche aber auch facettenreiche Platte abgeliefert. Wie immer unterstützt von “skilled musicians”. Namentlich sind dies Jochen Volpert, der die Electric bzw. Resonatorgitarre (Sweet Marie) spielt, und dessen Solos einem mit großer Sicherheit im Gedächtnis bleiben. Friedrich Betz am Bass, sowie Jan Hees am Schlagzeug und Percussion.  
Wer mir noch immer vorwerfen mag, ich sei voreingenommen, dem möchte ich entgegnen: Sei nicht so voreingenommen und mach dir dein eigenes Bild. Es wird dir gefallen – ganz unvoreingenommen.

Der “amtliche” Gesang

21.02.2014:

“Wir machen heute Abend den amtlichen Gesang…”
Das war die Ansage meines Gitarren Lehrers (Dennis) vor gut drei Wochen. Dass mein Bericht hierüber so lange auf sich hat warten lassen, hat schlicht und einfach damit zu tuen, dass ich erst heute entschieden haben, diesen Gesang als amtlich anzuerkennen. Ich muss ehrlich gestehen, ich weiß nicht wie professionelle Musiker diesen Prozess erleben. Ich kam mir bisweilen sehr narzisstisch vor, immer und immer wieder den “rough” Mix durchzuhören und mich zu fragen ob ich das so wirklich stehen lassen möchte.

Diese Entscheidung ist heute gefallen und eine weitere gleich dazu. Die ausstehenden “Arrangements”, also Intro, Fills, Solo und etwas Backround, habe ich in die verantwortungsvollen Hände von Dennis gelegt. Im Midi-Mix sind diese zwar schon zu Papier gebracht, sie vernünftig auf Tape zu bringen, stellt mich derzeit jedoch vor eine riesige Aufgabe, der ich aktuell noch nicht gewachsen bin. Dass hat vor allem damit zu tun, dass ich einfach “satt” bin, was die Entwicklung des Songs angeht.

Wenn man seit nun sicher 6 Monaten an einem Projekt arbeitet, hat man einfach irgendwann keinen Platz mehr im Kopf dafür. Insbesondere keinen kreativen Platz mehr. Ich bin Dennis sehr dankbar, dass er mich auf diesem langen Weg immer wieder zurück in die Spur gebracht hat. Wie viel Haken und Ösen so eine Produktion hat, erkennt man erst, wenn man bis über beide Ohren in ihr drin steckt. Wenn dies dann noch ein “Hobby” ist, und die spärliche Zeit, die man neben der Arbeit hat, besonders effektiv genutzt werden muss, ist es umso schwieriger den Überblick zu behalten.

Mein Release Termin bleibt damit aber in greifbarer Nähe.

Bis dahin, kann ich euch nur empfehlen den oben angegeben Link zu folgen und Dennis´ neues Album zu kaufen, das ab 01.04. erhältlich sein wird, und bereits jetzt einige Songs über verschiedene Download-Portale erhältlich sind.

Weihnachtszeit mit Danzer und Hirsch

Die Zeit um Weihnachten herum ist für mich immer durch zwei Extreme geprägt. Höchste Belastung im Arbeits – und Privatleben, sowie abrupte familiäre Ruhe und Geborgenheit. Dieses Jahr treffen die beiden Extreme noch drastischer aufeinander, da sich die Feiertage arbeitnehmerfreundlich verteilen. Das bedeutet im Klartext: Weniger Zeit zur Erledigung der saisonbedingten Arbeit und dafür länger am Stück Ruhe und Entspannung. 
Interessanterweise kann ich seit Jahren beobachten, dass mein Musikgeschmack in diesen Tagen immer ruhiger wird und ich nachdenkliche Musik regelrecht verschlinge. Manchmal habe ich das Gefühl, dass unabhängig von religiösen Festtagen, jeder Mensch zum Ende des Jahres diese Ruhe braucht. Diese Zeit um Revue passieren zu lassen, und in unseren Breiten ist dies nun mal in der kalten dunklen Jahreszeit angebracht. Jedes Jahr entdecke ich neue Künstler, die ich auch nur in dieser Periode des Jahres hören und genießen kann und die mich auf langen dunklen Autofahrten begleiten. Es handelt sich dabei dieses mal um Georg Danzer und Ludwig Hirsch. 
Beide sind leider schon verstorben, hinterließen aber ein großartiges musikalisches Erbe. Georg Danzer war mir zunächst nicht so zugänglich, da seine nasale Stimme mich verschreckte. Ebenso Ludwig Hirsch, der zwar eine wunderbare ruhige sonore Stimme hat, dessen Texte zum Teil jedoch so satirisch schwarz waren, dass ich sie nicht hören konnte. Es ist keine Musik fürs ganze Jahr – das mit Sicherheit nicht. Doch wer sich auf die Texte und die Melodien einlässt, kommt nicht umhin, das selbe Stück wieder und wieder zu hören, nur um sich endgültig in den Bildern und den Botschaften zu verlieren. 
Ich wünsche ein frohes Fest – mit Danzer und Hirsch 
Ludwig Hirsch – Die Omama
Georg Danzer – Der alte Wessely

Sesamstraße und Musiker

Zwischen Aufnahmen und Feintuning meines Songs (ich komme wohl ganz gut voran, wenn man den Fachleuten glauben darf), ein kleines Schmankerl für “Junggebliebene” Musiker und Musikliebhaber. Da ich keine Kinder habe, nehme ich die aktuelle Kinder-TV Landschaft kaum wahr. Natürlich kenne ich aber die alteingesessenen TV-Format, wie beispielsweise die Sesamstraße. Seit Generationen unterhält diese Sendung unseren Nachwuchs und versucht dabei nicht nur zu unterhalten sondern auch den Kindern ein Vorbild zu sein. 
Ganz besonders schön finde ich, dass es offensichtlich auch heute noch für Musiker erstrebenswert ist, dort aufzutreten und mit den Charakteren der Sesamstraße ihre Lieder zu singen. Ganz besonders gelungen, finde ich das unten stehende Video von Tim Bendzko. 
Wer sich mal auf Youtube etwas treiben lassen möchte. Einfach den Lieblingskünstler und Sesamstraße suchen. Es ist erstaunlich wie viele große Stars dort schon waren. 

The Gaslight Anthem – Posthalle Würzburg 13.08.2013

Nachdem ich in den letzten Wochen viel Arbeit und Schweiß in (leider) unbefriedigende Aufnahmen gesteckt habe, stand am 13.08.2013 das Konzert der Gaslight Anthem an. Meine Vorfreude war groß, schließlich verfügt der Frontmann der Band, Brian Fallon, über eine der interessantesten Stimmen der aktuellen Musiklandschaft. Die Band machte im Zuge ihrer “Handwritten-Tour” Halt in Würzburg und nutzte die offensichtlich immer populärer werdenden Posthallen für ihren Auftritt.
Ich habe mir bewusst zwei Tage Zeit genommen ehe ich eine Art Konzertkritik schreibe, da ich die – und soviel sei vorweg genommen – große Enttäuschung zum Ende des Konzertes nicht das ansonsten gute Event überdecken lassen wollte. Aber der Reihe nach: 

Location – Posthallen:

Es war mein erster Besuch in den Posthallen zu einem Event, weshalb ich ganz unverbraucht hier bewerten kann. Meine Konzertmitgänger klärten mich zunächst einmal darüber auf, dass die Halle künstlich verkleinert wurde. Offensichtlich reichte der Kartenverkauf der Band, die in Deutschland noch nicht bei einem breiten Publikum bekannt ist, nicht aus um die Halle alleine zu füllen. Ansonsten kann ich nur gutes über die Posthallen sagen. Von der Akustik über den Barservice bis hin zu den sanitären Anlagen hat alles einen guten bis sehr guten Eindruck hinterlassen. Gerne wieder.

Vorband:

Die schweinfurter Band “Ghost Rockets” begann ca. 45 Minuten vor dem Hauptakt und war einigen Hörern in der Halle offensichtlich schon bekannt – mir persönlich nicht. Die Band einzuordnen fällt mir auch nach Studium ihrer Website schwer, denn dort heißt es: “Der Stil von TGR lässt sich nur sehr schwer einordnen, da die Bandmitglieder von vielen Einflüsse geprägt sind. Die Musik bewegt sich irgendwo zwischen Rock und Alternative.” 
Meinem Empfinden nach haben die Jungs aus Schweinfurt als Vorband einen guten Job gemacht. Ihr Set war gut gewählt und auch die Performance war ansehnlich. Leider traf ihre Musik nicht meinen Geschmack – einen Großteil der Halle hat es jedoch offensichtlich überzeugt. Zum Ende des Post findet ihr einen Link zu einem Ihrer Songs. 

Hauptakt: The Gaslight Anthem

Ich bin ein riesen Fan von dieser Band und insbesondere vom Frontmann Brian Fallon. Dieser verfügt über eine tolle einzigartige Stimme, die einfach tolle Geschichten erzählen kann. In meinem Post Inspiration habe ich ein Video einer Cover Version von ihm gepostet. Die Band selbst zeichnet sich durch amerikanischen Rock aus, der sehr melodisch daher kommt und immer wieder durch schöne Musikthemen zu überzeugen weiß. Ihr aktuelles Album Handwritten stellt hier keine Ausnahme dar. 
Ich war sehr gespannt in wie weit es gelingt dies bei einer Live Performance abzubilden und ich wurde zumindest was den musikalischen Teil angeht, nicht enttäuscht. Lediglich die Stimme hätte einen ticken lauter sein können, bzw. alles andere einen ticken leiser. Dieses Problem habe ich aber meist exklusiv, da ich wieder zu den wenigen Gästen gehörte, die Gehörschutz während der Konzerte trugen. (Was mir bis heute unbegreiflich ist – es ist bestialisch laut) 
Das Set der Band war ein netter Mix aus aktuellen und älteren Songs und ließ fast nichts aus. Persönlich für mich die erste große Enttäuschung, da ich mich sehr auf die gleichnamige Single der 2008er Platte “59´ Sound” gefreut hatte, die nicht gespielt wurde. Für mich schwer nachzuvollziehen, ist es doch meines Wissens nach, die erste Single die auch in Europa Gehör gefunden hat und die Band insgesamt – auch über Youtube und einen Gastauftritt von Bruce Springsteen – bekannt machte. Natürlich darf man als Hörer kein Lied “erwarten” und es ist auch nachvollziehbar, da der Band dieser Song wohl schon zu den Ohren heraushängt. Aber gut – dies war der erste Wermutstropfen.
Nach 14 Liedern, also ca. 60 Minuten Spielzeit, in der das einstudierte Set heruntergespielt wurde und die Interaktion mit dem Publikum lediglich auf  “Klatschaufforderungen”  begrenzt war, verließ die Band unter Applaus die Bühne. Kaum 15 Sekunden später kam Frontmann Brian Fallon zurück und spielte alleine den Song “Nation Anthem” vom aktuellen Album. Eine tolle Ballade und mein Highlight des Konzertes. Hier sprach der Sänger erstmal das Publikum direkt an und scherzte mit Zuschauer/- innen aus der ersten Reihe darüber, wer nun zuerst sein Shirt auszieht.  
Was niemand wusste – bzw. was nicht kommuniziert wurde. Dies war bereits die erste Zugabe an diesem Abend. Die Band kam danach wieder auf die Bühne und es wurden 5 weitere Songs gespielt, ohne einen einzigen Hinweis darauf, dass man sich quasi schon auf der Zielgerade befindet. 
Ich und meine Freunde hielten es für “die Pause” und waren uns einig: “So lange nicht 59´ Sound gespielt wurde, sind wir nicht bei den Zugaben”. Weit gefehlt. Nach ca. 90 Minuten Spielzeit legten die Musiker ihre Instrumente bei Seite und verließen die Bühne – ohne ein einziges weiteres Mal wieder zurück zu kommen. Erst als die Bühne erleuchtet wurde und die ersten Tontechniker mit dem Abbau begannen, wurde mir überhaupt bewusst, dass es nun vorbei ist. Da hatte sich schon ein Strom von Menschen zu den Ausgängen gebildet, denen diesen Gebaren offensichtlich bekannt war. 
Ich für meinen Teil stand mit offenem Mund da und konnte es überhaupt nicht begreifen. Das Konzerte einem kürzer vorkommen als sie letztendlich sind, daran habe ich mich gewöhnt. Was ich jedoch nicht gewöhnt bin, ist der, einer Guillotinen gleichende Abgang einer Band. Keine Verabschiedung – nichts. Dieses Handeln war es, dass mir die Konzerterfahrung dermaßen verhagelt hat, dass ich bis heute eher dazu neige negativ über dieses ansonsten wirklich gute Konzert zu denken. Ich weiß nicht wie andere Zuhörer dies empfinden. Für mich war es schlussendlich das katastrophale Ende eines sonst schönen Abends und das schlimmste daran ist – es wäre so leicht zu verhindern gewesen…. 

Fazit

Vielleicht bin ich konservativ in diesen Dingen und gehe zu hart mit den Künstlern ins Gericht, die einmal um den Globus fliegen und ständig das gleiche Set spielen. Auf der anderen Seite ist es schlicht und einfach auch Unhöflich abrupt zu gehen. Ich bin kein Mensch, der den Kartenpreis gegenrechnet und überlegt ob eine Band für diesen Preis nicht mindestens 2 Stunden spielen muss oder sonst irgendwelche – Entschuldigung – bescheuerten deutschen Gedankengüter über Preis und Leistung. 
Ich finde aber, dass es neben der Beschallung auch die Pflicht einer Band ist, das Publikum durch den Abend zu führen, zu moderieren. Natürlich sollen sie zu 95% der Zeit Musik machen, aber bei allem Verständnis zu Sprachbarrieren etc. Hallo und Goodbye sind wirklich universal verständlich, und wenn man auf Wiedersehen sagt, schadet es auch nichts, den Musikern im Hintergrund einen Applaus zu bescheren. 
Abschließend blicke ich auf ein gutes Konzert zurück und komme nicht umhin mich auch im letzten Satz zu ärgern: “Sagt halt bitteschön wenigstens Tschüß, wenn ihr endgültig geht!” 
The Ghost Rockets: 
The 59´ Sound

Der Boss – Bruce Springsteen & the E-Street Band

Was soll man über Bruce Springsteen sagen, was nicht bereits gesagt wurde? Er ist einer der einflussreichsten Musiker aller Zeiten. Vielleicht der einflussreichste – lebende – Musiker weltweit. Um die Faszination zu beschreiben, die seine Musik auf mich auswirkt, wären mehr als 20 Blogeinträge notwendig – einer für jedes Album und jeden weiteren Musiker seiner Band, der E-Street Band. 
Springsteens Musik ist zeitloser Folk/Rock/Pop mit starken – bisweilen angenehm kitschigen – Texten, voller unverbrauchter Bilder. Die Melodien sind eingängig, Refrains sind auf den Punkt genau formuliert. Er verzichtet auf auf viel “Tam Tam”, wenn es nicht notwendig ist und nutzt die volle Bandbreite seiner Band, wenn es den Unterschied ausmacht. 
Wenn ich “Born to Run” höre, erfreue ich mich ab dem erst Schlag von Max Weinberg an einer wundervollen Komposition, die trotz eines unkomplizierten Basses (gespielt von Gerry Talent) während der Strophen, sofort mitreißt. Das kurze, aber prägnante Thema des Liedes, ist zugleich Überschrift und Rahmen, aber keinesfalls Blender für einen mittelklassigen Song. Der Text ist eine unverbrauchte Liebesgeschichte, die spannend und abwechslungsreich erzählt wird und ihren treffenden Höhepunkt in der letzten Strophe und dem Satz

Together wendy well live with the sadness
 I´ll love you with all the madness in my soul 
findet.
Darüber hinaus weiß der Song durch ein legendäres Saxophon Solo vom leider verstorbenen Clarence Clemons zu überzeugen. Steve Van Zandt (mittlerweile auch bekannt als Schauspieler) und Nils Lofgren untermalen ihrerseits den Song mit wundervollen Gitarren und Roy Bittans Klavierspiel ist über alle Maßen erhaben. 
Zu guter Letzt zeigt sich natürlich auch Springsteen stimmlich von seiner besten Seite, wenn er die Strophen zeitweise ruhig vor sich hin nuschelt um dann plötzlich in das typische, schreiende zu wechseln, das keinesfall unmelodisch klingt, sondern vielmehr als wunderbarer Akzent daherkommt, der den Zuhörer aufmerksam werden lässt. 
Ich denke es ist offensichtlich. Springsteen beeinflusst mich sehr, und wird dies noch geraume Zeit tun. Als musikalisches “Schmankerl”, wenn dies überhaupt notwendig ist, habe ich natürlich “Born to Run” gewählt. Als zweite, weniger bekannte Version, hört “If I should fall behind”. Ein wunderbare Ballade, die in dieser Version die E-Street Band und deren Bandbreite wunderschön unter Beweis stellt.

Einflüsse

Wer Musik selbst herstellt bzw. komponiert (was ich nicht tue –  Siehe hier) der stößt unweigerlich auf andere Künstler die ihn beeinflussen. Bei mir waren das in der Vergangenheit natürlich viele der großen Musiker und auf einige von diesen werde ich bei Zeiten auch zu sprechen kommen. 
Den ersten Post in dieser Kategorie – Musiker die mich beeinflussen – muss ich aber gezwungener Maßen dem Künstler widmen, der mich Woche für Woche aufs neue beeinflusst, und das durch den einfachen Fakt, dass er auch mein Gitarrenlehrer ist. Nun mag man meinen, dass mich dies in gewisser Weise voreingenommen gegenüber seiner Musik werden lässt. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Gerade der persönliche Kontakt lässt mich äußerst kritisch auf die Werke blicken und um so mehr freut es mich, dass diese eine so hohe Qualität haben – aber der Reihe nach. 
Ich spreche von Dennis Schütze.
Neben seiner Arbeit als Instrumentalpädagoge oder seinen Einsätzen als Moderator von “3 Songs” oder “My Favourite Tracks”, ist er natürlich Musiker. Er ist der Frontmann der Bands “Dennis Schütze & his Electric Combo” und “Die Musikstudenten”. 
Aus meiner bescheidenden Sicht liegt die Stärke von Dennis darin, dass er einen unverfälschten Blick auf die Musik hat und durch seine Arbeit als Lehrer und Dozent gelernt hat, Qualität zu erfassen und festzuhalten. Seine Musik ist nach meinem Geschmack immer auf den Punkt genau, was man insbesondere an seinen Coverversionen hört. Andere Künstler neigen dazu Covers bis zur Unkenntlichkeit zu verschandeln, nur um etwas anders zu machen. Dennis gelingt es mit seiner Band den Songs einen eigenen Stil zu verleihen ohne dabei – man verzeihe mir den philosophischen Ansatz – die Seele des Songs zu verbannen. 
Ich durfte diese Fähigkeit oft miterleben, wenn ich ein unfertiges Demostück aus meiner Feder im Unterricht Uraufführte und Dennis mir sehr präzise darlegen konnte, wo er Verbesserungspotential sieht und warum. Abgesehen davon ist er natürlich bezüglich Musiktheorie über jeden Zweifel erhaben – so ein Studium kann man nicht verleugnen. 
Wer mehr über Dennis erfahren will, kann diesem Link auf seine Homepage folgen oder unter “Meine Blog Liste” den direkt Link nehmen. Doch nun genug der wohl formulierten Worte, und einige Kostproben, die ihr ebenfalls auf der Website Soundcloud finden könnt. Die Lieder stammen vom aktuellen Album Nine to five  und sind Coversongs bekannter Lieder. Ich hoffe es gefällt und denkt daran – man kann diese und weitere Platten natürlich auch käuflich erwerben.


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