GETAGGTE BEITRÄGE / Musik

Wenn Musik Brücken baut

Ich bin eigentlich sehr vorsichtig bei Videos mit “übersentimentalen” Inhalt, da das Internet dazu neigt gescriptete Inhalte als dokumentarische zu verkaufen. Ich habe jedoch über das Phänomen, dass an Alzheimer erkrankte Menschen durch Musik wieder aufleben, schon einiges gelesen und weiß, dass mittlerweile Therapieformen entwickelt werden.
Der ältere Herr in diesem Video lebt im Altersheim und war bis zu dem Tag an dem ihm ein Ipod mit Musik aus seiner Jugendzeit gegeben wurde, zurückgezogen und kaum in der Lage antworten zu geben. Wie er sich verändert, wenn die Klänge durch die Kopfhörer kommen, ist absolut herzerweichend und für mich der ultimative Beweis dafür, dass Musik wie Nahrung ist – lebensnotwendig!

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Der Echo und die Geister die er rief

Der wichtigste Musikpreis Deutschlands , der “Echo”, wurde gestern verliehen und jeder, der darüber in der aktuellen Medienwelt liest, wird über die Band Frei.wild stolpern und darüber, wie beschämend (Spiegel Online) oder abgestumpft (Süddeutsche Zeitung) es ist, dass die Band den Preis für die beste/erfolgreichste Band Rock/Alternative/National bekommen hat. Wer Frei.wild nicht kennt, wird sich allerhöchstens an den Boykott vor zwei Jahren erinnern, als u.a. die Bands “Kraftclub” und “Jennifer Rostock” die Veranstaltung boykottieren, weil sie “… in keiner medialen Berichterstattung rund um die Preisverleihung auf Augenhöhe mit dieser Band erscheinen (wollen).”
Frei.wild, dass kann man ohne augenzwinkern sagen, ist eine Deutschrock-Band, die besonders durch Lieder auf sich aufmerksam macht, in denen ihre Heimatverbundeheit zum Ausdruck gebracht wird. Dabei distanziert sich die Band sehr deutlich von der Unterstellung, sie seien rechtsradikal oder gar Neonazis, sie widmen sogar ganze Lieder diesem Thema, u.a. “Land der Vollidioten“.
Nun ist da also diese Band mit dem – für Kritiker – rechtsradikalen Touch, die viele Platten verkauft und so natürlich nach den Echo Regularien auch zum Aufgebot gehört, die aber keiner so recht dabei haben will. Wem hier das Augenlid zuckt und ein “Moment mal, da war doch was” durch den Kopf schießt, der hat vollkommen Recht. Bereits die “Böhsen Onkelz” haben diesen Tanz mit dem Echo geführt, wurden erst nach Ihrer Auflösung mit einem Echo ausgezeichnet (Für Ihre DVD über das Abschiedskonzert – wer da nicht schmunzeln muss…) und waren ein regelmäßiges Störfeuer. Auch die Onkelz hatten sich von der rechten Seite distanziert, auch sie schrieben Deutschrock Lieder mit markigen Texten über Zusammenhalt, Ehrlichkeit und Solidarität.
Nun gewinnt Frei.wild gestern den Echo und das schlimmst anzunehmende Szenario tritt ein. Die Band geht auf die Bühne  (ein kleiner Mittelfinger wegen Buhrufen inklusive), und verliest ein Statement, dass recht eloquent (Zitat Daniel Koch Intro.de) die Band und ihre Fans thematisiert und so schonungslos zeigt, woran der Echo scheitert.
Dass Frei.wild eine erfolgreiche deutschsprachige Band ist, lässt sich nun mal nicht verleugnen, ob man es nun mag oder nicht. Das gleiche galt oder gilt z.B. für Bushido oder Kolegah, die ebenfalls Musik produzieren, bei denen die Kritiker nicht ganz wissen, wie sie es nun nehmen sollen.

Der Echo hat ein Problem mit den Geistern die er selbst rief. Man kann sich nicht als der wichtigste Musikpreis Deutschlands positionieren und die erfolgreichsten Bands des Landes aussperren. Dass den Machern ein Groenemeyer oder Westernhagen lieber ist, ist dabei nur logisch, aber die Realität ist nun mal eine andere. Selbstredend kann Frei.wild, bei aller Mühe, die man sich gibt, gegen Rechts zu schießen, sich nicht davon “frei” machen “wilde” Rechte durch ihre Texte anzusprechen. Im rechten Gedankengut geht es nun mal um Werte der Heimat, der Solidarität, der Ehrlichkeit. Genauso wie es den Hippies nicht nur darum ging gegen den Krieg zu sein sondern auch ein bisschen darum high zu sein – die Bands machten da keine Ausnahme. Die Frage, die sich der Echo längst stellen müsste, ist, was man eigentlich will. Will man erfolgreiche Musik mit Preisen versehen, oder “gute” Musik – was man auch immer darunter verstehen mag.

Wenn man mich fragt, hat der Echo gestern seinen Tiefpunkt erreicht. Man wurde vorgeführt, hat sich selbst hintergangen, wollte in die Mitte zurückkehren, Wiedergutmachung betreiben und hat es ordentlich verbockt: Helene Fischer hat den Preis für die Kategorie Crossover bekommen, mit Ihrem Album “Weihnachten”. Nominiert war auch Bratislava Symphony Orchestra (35 Jahre Böhse Onkelz – Symphonien und Sonaten). Das wäre ein Zeichen gewesen!

Mandy Stöhr – Seelentreter

Nachdem bereits vor einer Woche Sandra Buchner ihren ersten Song “Nights in White Satin” veröffentlicht hat (hier), hat nun auch die zweite Songschreiberkollegin unter der Leitung von Dennis einen Song veröffentlicht: Mandy Stöhr.
Ihr Debüt trägt den den Namen “Seelentreter” und der Titel weiß gleich doppelt zu überzeugen. Nicht nur weil Seelentreter einfach ein hervorragender Titel ist – ich weiß wie schwer es ist einen guten Titel zu finden! – sondern auch weil Mandy gut ihre Stärken ausspielt und dem Song eine eigene Note verpasst. Insbesondere Ihre Stimme punktet durch einen hohen Wiedererkennungswert, die langgezogenen Phrasierungen prägen das Bild, die Instrumentierung ist schlicht aber keinesfalls langweilig. Hier konnte Mandy, ebenso wie ich, auf das gute Netzwerk von Dennis zurückgreifen, fand in Camilo Goita einen Bassist, in Jan Hees einen verlässlichen Mann am Schlagzeug und im Mix und Mastering. Dennis steuert noch eine E-Gitarre und Orgel bei, Mandy selbst spielt die Akustikgitarre.
Eine besondere Stärke liegt im Text, denn Mandy hat etwas zu erzählen und es lohnt sich genau zuzuhören. Hier möchte ich nicht zu viel verraten, denn es ist durchaus Interpretationsspielraum in den Zeilen und diese Freude sollte jeder selbst haben.

Einen herzlichen Glückwunsch an Mandy für den ersten Release – sehr gelungen, bitte weitermachen! Alle anderen, nehmt euch Zeit, hört das Lied in Ruhe, hört es ein zweites und ein drittes Mal, und dann noch mal von vorn. (mehr …)

Sandra Buchner – Nights In White Satin

Dass Dennis Schütze mich zu meinem ersten musikalischen release “gedrängt” hat, ist jedem der diesen Blog verfolgt, wahrscheinlich bekannt – und jeder weiß auch, dass ich ihm dafür unendlich dankbar bin. Mittlerweile hat er mir diesem “Drängen” noch weitere Künstler ins Rampenlicht gestoßen. Eine davon ist Sandra Buchner.
Obwohl wir durch Dennis eine gemeinsame Konstante haben, haben wir uns bisher nicht kennen gelernt. Um so erfreulicher war es, eine Schwester im Geiste auf Dennis´ Blog zu finden, die ebenfalls ihren ersten Release unter der Produktion von Dennis verzeichnen konnten.
Anders als ich, interpretiert Sandra (ich hoffe das “Du” ist in Ordnung) bekannte Lieder neu und hat sich mit “Nights in white satin” gleich einmal einen ordentlichen Brocken aufgetischt. Das Original von “The Moody Blues” kommt mit einem 6/8 Takt daher und bleibt vor allem durch sein orchestrales “I love you” im Refrain in Erinnerung.  Sandra schlug einen anderen Weg ein, verpflanzte den Song in einen 4/4 Takt, arrangierte eine elektronisch-jazzige Atmosphäre und konnte über Dennis Fritz Wenzel gewinnen, der die Querflöte einspielte. Dazu punktet Sandra mit einer hervorragenden Gesangsleistung, die dem Stück die nötige Jazznote verleiht.

Herausgekommen ist ein unverwechselbares Cover eines großartigen Songs, dass sich von ersten Moment in mein Herz gespielt hat. Es gehört viel Mut dazu, dieses Stück als ersten Release zu wählen und ich bin begeistert darüber, mit welcher Konsequenz das Projekt diesen Mut bis zum letzten Ton widerspiegelt.

Ich kann nur meinen Hut ziehen, diesen Beitrag zu Ende bringen und laut rufe: “Mehr davon – und bitte mit dem selben Mut!”

PS: Sandra hat auch einen eigenen Blog – hier

Jahresrückblick 2015

Silvester steht vor der Tür – Goodbye 2015, Welcome 2016. Das vergangene Jahr war (wieder) extrem ereignisreich und auch wenn nicht jedes Thema, dass mich bewegte, auf diesem Blog landete, so ist doch einiges passiert.

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Die Musikstudenten – Star Wars for small Ensemble

Wir schreiben den 10.12.2015 und abgesehen davon, dass Weihnachten vor der Tür steht, befindet sich nahezu ganz Deutschland – ach was sage ich, nahezu die gesamte westliche Welt – im Star Wars Fieber. Der am 17.12.2015 erscheinende siebente Teil der Serie hat bereits vor Filmstart Verkaufsrekorde gebrochen und wie der Verband der Spielwarenindustrie vergangene Woche bekannt gab, steigert der Star Wars Hype das erwartete Weihnachtsgeschäft um rund zehn Prozent. Gar jedes fünfte Lizenzspielzeug soll mit dem Star Wars Universum verbandelt sein. Möge der Profit mit dir sein.

Während sich also die Vorfreude der Cineasten bis ins unermessliche steigert, stehe ich Abseits, leicht verwundert und blicke auf meine neueste Errungenschaft: „Die Musikstudenten – Music from Star Wars for small Ensemble“. Obwohl ich den Filmen reichlich wenig abgewinnen kann, habe ich mich – so paradox das auch klingen mag – auf diese Veröffentlichung ganz besonders gefreut. Dennis Schütze hat sich mit seinen Studentenkollegen an die mittlerweile fast vierzig Jahre alte Musik aus den Filmen herangetraut, hat sie auf wenige Instrumente heruntergekürzt und neu inszeniert.  Doch warum begeistert mich das mehr, als der neueste Film der Serie?

Obwohl ich die Filme nur wenige Male gesehen habe, ist die Musik aus den Filmen allgegenwärtig und eine Frage stellte sich mir vom ersten Moment an, als ich von der Veröffentlichung erfuhr. Wie würden sich diese, auf ein bombastisches Orchester ausgelegten, Melodien verändern, kleidet man sie in einem schlichten Gewand? Kann das funktionieren? (mehr …)

1000 Plays in der Soundcloud

Heute hatte ich den tausendsten Play auf meiner Soundcloud. Vielen Dank dafür.
Verrückt, wie aus einem kleinem “Zoo” ein beachtlicher Zirkus wurde. 🙂

 

1000 Plays

Song Release – Der Schmerz in meinen Rippen

Ein neuer Song hat es in die Soundcloud geschafft!

Nachdem es hier lange etwas ruhig um meine eigene Musik geworden war, kann ich nun vermelden, dass der letzte Feinschliff abgeschlossen ist und das “Der Schmerz in meinen Rippen” nun endlich fertig ist.

Dieses Projekt hat mich rückblickend wieder vor neue Herausforderungen gestellt und insbesondere (Vorsicht! Kleiner Spoiler) das ernste Thema des Songs, hat mich sehr gefordert. Um so glücklicher bin ich, dass er im Kasten ist und ich nun das nächste Projekt ins Auge fassen kann.

Mein unendlicher Dank geht (natürlich) wieder an Dennis Schütze, der mir während der Produktionsphase wieder unglaublich viel geholfen hat und maßgeblich an der Produktion beteiligt ist. Darüber hinaus geht mein Dank an Jan Hees, für Schlagzeug und Mix, sowie Camilo Gotia für den Bass. Vielen Dank!

Als kleine Vorankündigung sei hier noch erwähnt, die ersten Bilder des kurzen Fotoshoots, den ich Anfang des Jahres hatte, sind schon auf dem Soundcloud Account zu sehen und werden in Form eines Booklets den Weg bald auf den Blog finden.

Und nun wünsche ich, angenehme, nachdenkliche Minuten mit: Der Schmerz in meinen Rippen

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