Dennis Schütze – Still Here

Anfang des Jahres habe ich mich noch durch Dennis Schützes James Bond Album gehört (hier), das durch die aufkeimende Corona Pandemie abseits des Filmstarts veröffentlicht wurde. Zwei Dinge waren mir damals nicht klar:
1. Was diese Pandemie noch so für uns in Petto hat und
2. Das Dennis Schütze zum Ende des Jahres noch ein komplettes Album veröffentlichen würde.

Aber der Reihe nach. Auf seinem Blog hat der Musiker immer mal wieder in kurzen Updates erklärt, dass seine Arbeiten an dem nächsten Album mit eigenen Songs voranschreiten. Einen genauen Release Termin sollte es aber bis kurz vor Schluss nicht geben. Dafür bereits im August ein reduziertes Musikvideo zu “Living is the slowest Way to die”. Der düstere, langsame Song lässt im August schon erahnen, dass da etwas auf die Hörer zukommen. Einen Monat später liegt der Song als Single bereit und untermauert das erste Gefühl.
Im Oktober füttert Schütze dann weiter und präsentiert ein Video zum Instrumental  “Silvermood”. Das Stück wirkt ein bisschen, als hätte es der Würzburger für einen fiktiven Bond Film geschrieben. Sehr gelungen.
Nur 14 Tage später erscheint plötzlich “Discovery” als Single und spätestens jetzt spürt man den Sound, der da im Album verbuddelt ist.  Der Titel passt wunderbar zu dem Song, denn eine Entdeckung wird man beim Hören in jedem Fall machen. Welche das ist, muss zwingend selbst erfahren werden.
Mit diesen Hörproben angefüttert, sehnte ich den Release herbei und wurde nicht entäuscht. Das ganze Album hat ordentlich Zunder im Gepäck und insbesondere der namengebende Song “Still Here” haut einen mit seinem fetten Sound regelrecht um.
Da keimt zwischendrin die Sorge auf, ob das nicht zuviel des Guten sein könnte. Doch Schütze hat seinen Hausaufgaben gemacht. Neben dem bereits erwähnten “Silvermood” ist mit “E7#9” noch ein weiteres Instrumental auf der Platte und auch die Freunde von Schützes Countrymusik kommen auf ihre Kosten.  “Granddad” und “Count myself in” sind wunderbare Songs, die dem Album das Tempo nehmen und mal durchschnaufen lassen. Insbesondere “Granddad” lässt einen aufmerksam zuhören, wenn der Würzburger sich langsam durch seine Familiengeschichte singt.

Das Album “Still Here” ist eine willkommene Abwechslung in den düsteren Wintertagen im Zeichen der Coronakrise. Es ist aber nicht nur eine kurze Ablenkung, die man nach ein paar Tagen arglos zu den anderen legt und hofft, dass die nächste bald vorbei kommt. “Still Here” bleibt, zumindest bei mir, noch für eine längere Zeit.

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