Zwischen Zielen und Zeit

Ziele sind ein elementarer Bestandteil unserer Gesellschaft. Kaum sind wir in dieser Welt nicht nur körperlich sondern auch geistig angekommen, müssen wir feststellen, dass Ziele allgegenwärtig sind. In der Schule müssen wir Noten, Schnitte oder Punktzahlen erreichen. Im Berufsleben Umsätze oder Abschlüsse erzielen. Ich hatte mir auch Ziele gesetzt als ich mit diesem Blog begonnen hatte. Mindestens drei Einträge pro Woche wollte ich schreiben. Ich wollte einige Demos produzieren, und diese auf dem Blog teilen; und ich wollte einen Teil des kreativen Prozesses darstellen.
Nach den Zielen kommt immer sofort die Zeit. Wenn ich die Zeit charakterisieren müsste, dann wäre sie eine mies gelaunte Bibliothekarin im Rentenalter, die insbesondere dann Freude empfindet, wenn sie die magischen Worte aussprechen darf: Sie sind über die Zeit. Sie würde dann über ihre große Hornbrille auf einen hinabblicken, mit ihren schrumpeligen, wulstigen Fingern auf den Kalender zu ihrer rechten zeigen und ein gewinnendes Lächeln aufsetzen. Ich würde nicken, meine Ausleihwaren auf den Tresen legen, die überzogene Gebühr bezahlen und mich den ganzen Tag ärgern, dass sie mich schon wieder abkassiert hat – die dämliche Kuh.
Natürlich setzt man sich mit selbst gesteckten Zielen unter Druck, aber nur so funktioniert es. Wäre es mir egal, ob hier regelmäßig etwas Neues stehen würde, dann würde es nie passieren. Ich würde – aufgemerkt, schwieriges Wort – nur prokrastinieren. (Bedeutung). Nachdem meine aktuelle Zielsetzung nun jedoch schon nach einem Monat dahin ist, werde ich meine Ziele etwas anpassen, nur um nicht vollends der zwanghaften Prokrastination zu erliegen. 
Der einfachste Schritt ist die Anpassung der Postrate. In jedem Fall wird nun Sonntags ein Post entstehen – hier habe ich immer Zeit und eine ganze Woche voller Eindrücke ist vorbei. Im Idealfall möchte ich noch einen weiteren Post unter der Woche dazupacken. Wobei es Sonntags mehr um meine künstlerische Arbeit gehen wird, und unter der Woche mehr um die Arbeit anderer. Darüber hinaus sollen bis zum Ende des Jahres vollständige Demos entstehen, im Idealfall bis zu fünf. Da die Demoproduktion absolutes Neuland ist, wird es bis zur ersten Kostprobe noch etwas dauern. Dennis (Dennis Schütze) unterstützt mich dabei  – besten Dank dafür an dieser Stelle.  
Mal sehen ob ich der dämlichen Kuh dieses mal ein Schnippchen schlagen kann….

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